Pflanzenethik

Haben Mais, Tomaten und andere Pflanzen eine Würde, die es zu bewahren gilt? Diese und andere Fragen soll die Pflanzenethik beantworten. Sie ist ein Teilgebiet der Umweltethik und die Diskussionen dazu sind noch relativ neu. Der Begriff Würde stammt aus dem Altdeutschen und Wirdekeit ist darin der Begriff, der eine Wertigkeit beschreibt. Was sind Pflanzen also wert und welche Wertschätzung sollen Menschen den Pflanzen entgegenbringen?

Den Tieren gestehen die Menschen zumindest in Teilbereichen eine eigene Wertigkeit zu, die unabhängig von menschlichem Ermessen ist. Pflanzen werden jedoch eher unter dem Aspekt von Maschinen gesehen, die herstellen, was gebraucht wird. Nahrung, Treibstoff oder Grundmaterialien für Kleidung oder Baustoffe werden von Pflanzen genommen. Da es hier kein Problembewusstsein gibt und Menschen seit Jahrtausenden Pflanzen anbauen und abernten, steht die Pflanzenethik noch an ihren Anfängen. Erst seit gentechnisch veränderte Pflanzen gezüchtet werden und es auch schon Patente auf einige Arten gibt, erhält die Diskussion um die Ethik der Pflanzen neue Nahrung. Studien haben gezeigt, dass Pflanzen keine maschinenähnlichen Gegenstände sind. Sie suchen aktiv nach Nährstoffen, kommunizieren untereinander mit Duftstoffen und sie können ihr Verhalten ändern und anpassen. Ähnlich wie Tiere reagieren sie auf Veränderungen in ihrer Umwelt mit dem Ziel zu überleben und sie besitzen auch nervenähnliche Strukturen. Damit gehören die Pflanzen laut einiger Biethiker ebenso wie die Tiere zu den nichtmenschlichen Lebewesen, die eine Wertigkeit und damit eine Würde besitzen sollten. Weiterlesen →

Tierethik

Geklonte Schafe, die als Woll- und Fleischlieferant auf der Weide stehen, gehören zur Realität, doch die ethischen Fragen, die sich daraus ergeben, sind bisher noch nicht vollständig beantwortet. Die Ermittlung des Status von Tieren aus ethischer Sicht ist das Ziel der Tierethik. Aktuelle Anlässe für immer wieder aufkeimende Diskussionen sind Massentierhaltungen, Tierversuche oder Massentransporte. Aber auch fortschreitende medizinische Entwicklungen und die damit verbundene Möglichkeit Mensch-Tier-Mischwesen in der Petrischale zu züchten, sind Themen, die die Frage nach der Tierethik immer wieder aufwerfen. Weiterlesen →

Bioethik für alle Lebewesen

Bisher beschäftigt sich die Bioethik vor allem mit der Konsequenz von Handlungen und deren Folgen für menschliche Lebewesen. Da aber viele Menschen der Meinung sind, dass nicht nur menschliche Lebewesen ein Recht auf ein lebenswertes Leben haben, gibt es inzwischen auch viele Diskussionen, die die Rechte von Tieren und Pflanzen zum Thema behandeln. Die Eingriffsmöglichkeiten des Menschen in die Natur wachsen stetig und daraus ergeben sich auch immer größere Missbrauchsrisiken. Wo soll und muss eine Grenze gezogen werden und wie lassen sich Grenzen setzen, wenn der Fortschritt immer neue Möglichkeiten aufzeigt? Weiterlesen →

Biomedizinkonvention

Was technisch und wissenschaftlich möglich ist, ist noch lange nicht rechtens und von jedem ethischen Standpunkt aus richtig. Diese Aussage gilt insbesondere bei der Biomedizin, denn inzwischen sind früher undenkbare Maßnahmen und Therapien möglich, die nicht immer mit dem Schutz des einzelnen Individuums zu vereinbaren sind. Bei der Biomedizinkonvention handelt es sich um einen völkerrechtlichen Vertrag mit den Schwerpunkten Biomedizin und Menschenrechte.

Der Europarat legte diesen Vertrag 1997 zur Unterzeichnung auf und am 1. Dezember 1999 trat der auch unter dem Namen Oviedo-Konvention bekannte Vertrag in Kraft. Bisher haben 34 Staaten der insgesamt 47 Mitgliedsstaaten des Europarats die Biomedizinkonvention unterzeichnet. Das Ziel des Vertrags ist es, Identität und Würde aller menschlichen Lebewesen in biologischen und medizinischen Bereichen zu schützen. Der Vertrag gibt verbindliche Rechtsregeln vor und ist nicht nur eine Empfehlung wie die Helsinki-Deklaration, die lediglich Vorschläge und Anregungen enthält. Ein Mindeststandard für alle Staaten, die unterzeichnet haben, soll damit erreicht werden und natürlich können alle Staaten darüber hinaus gehenden Schutz gewähren. Fortpflanzungsmedizin, gentechnologische Verfahren im Humanbereich und die Transplantationsmedizin sind die Geltungsbereiche der Biomedizinkonvention und die Europäische Menschenrechtskonvention wird aus ihr heraus entwickelt und konkretisiert. Weiterlesen →

Hauptströmungen bioethischer Herangehensweisen

e Bioethik stellt Bedingungen für eine moralische Bewertung einer Handlung auf und natürlich gibt es nicht nur eine einzige Bewertungsmöglichkeit, sondern viele verschiedene Moraltheorien. Dabei richtet sich eine Moraltheorie jeweils nach einem Prinzip, nämlich dem Sollen und Streben, den Grundtypen der Begründungsmodelle.

Der Ethische Kantianismus ist eine pflichtbasierte Theorie und geht davon aus, dass Verbote und Gebote nicht von den Folgen einer Handlung abhängig gemacht werden sollen, sondern sich ausschließlich am Wert der Handlung selbst orientieren müssen. Beim Utilitarismus, der konsequenzbasierten Moraltheorie, hingegen geht man davon aus dass Gebote und Verbote von den Folgen einer Handlung aus beurteilt werden sollten. Eine weitere Moraltheorie, der Liberale Individualismus, stellt sich die Frage nach dem Recht. Dabei gilt jeweils das stärkere Recht. Weiterlesen →