Reproduktionsmedizin

Der Ursprung der Reproduktionsmedizin liegt in der biologischen Reproduktion, bei der man versucht neue Lebewesen zu erzeugen, die identisch oder weitgehend ähnlich sind. Das Fachgebiet ist aus den Interessen von Andrologen und Gynäkologen entstanden, die sich mit der Erforschung und Therapie bei der menschlichen Fortpflanzung beschäftigen. Carl Schirren gründete dazu das erste Zentrum für Reproduktionsmedizin in Hamburg im Jahr 1983. Der erste durch Reproduktionsmedizin gezeugte Mensch kam 1978 in den USA zur Welt.

Louise Joy Brown ist auch als das erste Retortenbaby der Welt bekannt. Sie wurde in vitro gezeugt, also im Glas. Seitdem wurden große Fortschritte in der Reproduktionsmedizin gemacht und es stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Daraus haben sich bereits einige ethische Fragen ergeben und natürlich gibt es auch juristische und psychologische Konsequenzen. Das Embryonenschutzgesetzt regelt verschiedene Einzelheiten der Reproduktionsmedizin und um ethische Fragen kümmert sich seit 2001 der Deutsche Ethikrat.

Durch die künstliche Befruchtung können sich Menschen fortpflanzen, die auf natürlichem Weg keine Chance haben. Zu wenig oder zu langsame Spermien oder andere genetische Defekte oder Störungen können im Labor umgangen werden, indem man Eizelle und Sperma gezielt in der Petrischale zusammenführt und die so befruchtete Eizelle in die Gebärmutter der Frau einsetzt. Verschiedene Verfahren erlauben inzwischen bei sehr vielen Fällen eine künstliche Befruchtung und Kinder zu bekommen ist damit auch für Paare möglich, die ohne medizinische Hilfe nie Eltern werden könnten. Die Krankenkassen zahlen unter bestimmten Voraussetzungen einen Zuschuss zur In-vitro-Fertilisation, bei der ein Zyklus immerhin um die 3500.- Euro kostet. In den mehr als 100 Kliniken in Deutschland werden jährlich etwa 70.000 Behandlungen vorgenommen und pro Jahr kommen bei uns mehr als 10.000 Kinder nach einer künstlichen Befruchtung auf die Welt. Damit ergibt sich auch ein nennenswerter wirtschaftlicher Aspekt für die Reproduktionsmedizin, denn etwa 300 Millionen Euro werden damit jährlich in Deutschland umgesetzt.

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